Die Schwangerschaft und Geburt sind wunderbare Erlebnisse, aber sie hinterlassen auch Spuren – besonders im Beckenboden. Viele Frauen bemerken nach der Geburt, dass sie unwillkürlich Urin verlieren, wenn sie lachen, husten oder niesen. Das ist kein Grund, sich zu schämen – es ist völlig normal und betrifft Millionen von Frauen weltweit.
Was ist der Beckenboden und warum ist er so wichtig?
Der Beckenboden ist eine Gruppe von Muskeln, die sich wie eine Hängematte unter Ihren inneren Organen erstreckt. Diese Muskeln sind für mehrere wichtige Funktionen verantwortlich: Sie unterstützen Ihre Organe, kontrollieren die Kontinenz und spielen eine Rolle bei der sexuellen Funktion.
Während der Schwangerschaft wird der Beckenboden durch das zusätzliche Gewicht stark belastet. Bei der Geburt werden die Muskeln gedehnt und können teilweise reißen. Dies führt zu einer Schwächung, die sich in Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder einem Gefühl von Schwäche äußern kann.
Die Auswirkungen eines schwachen Beckenbodens
Ein schwacher Beckenboden kann erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Viele Frauen berichten von Harninkontinenz beim Lachen, Husten oder Sport, sexueller Dysfunktion, Rückenschmerzen und psychischer Belastung. Diese Symptome sind nicht dauerhaft – sie können mit gezieltem Training und professioneller Unterstützung vollständig überwunden werden.
Die Kegel-Übung: Grundlage des Beckenbodentrainings
So funktioniert es:
- Schritt 1: Identifizieren Sie die richtigen Muskeln – versuchen Sie, beim Wasserlassen den Urinfluss zu stoppen.
- Schritt 2: Spannen Sie diese Muskeln 3-5 Sekunden lang an, dann entspannen Sie für 5-10 Sekunden.
- Schritt 3: Wiederholen Sie dies 10-20 Mal, 3-4 Mal pro Tag.
Studien zeigen, dass regelmäßiges Training die Symptome bei 80% der Frauen deutlich verbessert.
Warum professionelle Physiotherapie wichtig ist
Während Kegel-Übungen effektiv sind, kann professionelle Physiotherapie den Prozess beschleunigen. Ein Physiotherapeut kann die Muskelkraft testen, fehlerhafte Techniken korrigieren, ein individuelles Programm erstellen und moderne Techniken wie Biofeedback einsetzen. Viele Frauen führen Kegel-Übungen falsch durch – ein Therapeut stellt sicher, dass Sie die richtigen Muskeln trainieren.
Beckenbodentraining im Alltag
Sie müssen nicht ins Fitnessstudio gehen, um Ihren Beckenboden zu trainieren. Nutzen Sie alltägliche Momente: beim Autofahren, beim Zähneputzen, beim Fernsehen oder nach dem Toilettengang. Konsistenz ist wichtiger als Intensität – regelmäßiges, moderates Training ist effektiver als gelegentliches, intensives Training.
Wann sollten Sie einen Physiotherapeuten aufsuchen?
Sie sollten einen Physiotherapeuten aufsuchen, wenn Sie nach der Geburt Inkontinenz-Symptome haben, die Symptome nach 3 Monaten nicht besser werden, Sie unsicher sind, ob Sie die Übungen richtig durchführen, oder Sie sich psychisch belastet fühlen. Die Experten von Physio Plus in Bad Schwartau und Heiligenhafen sind spezialisiert auf Beckenbodentraining und Rückbildung.
